Raum-Info

Blog

· Ratgeber

Der feste Wochentag — das Mietmodell, das kaum jemand kennt

Du arbeitest selbstständig. Kein eigenes Büro, keine eigene Praxis. Du mietest dir Räume, wenn du sie brauchst.

Das funktioniert. Aber es nervt.

Jedes Mal ein anderer Raum. Jedes Mal eine andere Atmosphäre. Deine Klient*innen kommen an, und du weißt selbst nicht genau, wie es heute aussieht. Ob der Stuhl wieder so steht. Ob es ruhig genug ist. Ob du dich dort wohlfühlst.

Stundenweise mieten löst das Problem nicht wirklich. Es verschiebt es nur auf die nächste Buchung.

Der feste Wochentag — was das Modell bedeutet

Das Modell ist einfach. Du mietest keinen einzelnen Termin und keine zufällige Verfügbarkeit. Du mietest einen festen Tag pro Woche im selben Raum, zum monatlichen Festpreis.

Jeden Dienstag. Immer derselbe Raum. Immer dieselbe Umgebung.

Du weißt, was dich erwartet. Deine Klient*innen wissen es auch. Und die Person, die den Raum vermietet, hat eine verlässliche Belegung, ohne ständig neu koordinieren zu müssen.

Kein Kalender-Tetris. Kein Suchen nach freien Slots. Kein Umgewöhnen.

Warum dieses Modell so selten angeboten wird

Die meisten Plattformen denken in zwei Kategorien: stundenweise oder langfristig. Entweder du buchst einzelne Stunden wie beim Coworking, oder du unterschreibst einen Jahresvertrag.

Der feste Wochentag fällt dazwischen. Er ist zu regelmäßig für Stundenbuchungen und zu flexibel für klassische Gewerbemiete. Also taucht er auf den meisten Plattformen gar nicht auf.

Dabei ist er für viele Selbstständige die praktischste Lösung überhaupt. Besonders für alle, die an bestimmten Tagen arbeiten, an anderen aber nicht. Wer montags und donnerstags Klient*innen sieht, braucht keinen Raum an fünf Tagen. Aber er oder sie braucht Verlässlichkeit an genau diesen zwei.

Für wen der feste Wochentag funktioniert

Als Suchende*r ist das Modell sinnvoll, wenn du regelmäßig arbeitest, aber keine eigene Praxis brauchst oder willst. Ein fester Tag gibt dir Struktur, ohne dich zu binden. Du weißt, was du im Monat zahlst. Du weißt, wo du bist. Und du kannst deinen Klient*innen eine gleichbleibende Adresse nennen.

Das funktioniert besonders gut für Therapeutinnen und Coaches, die an ein oder zwei Tagen pro Woche Einzelsitzungen anbieten. Für Körpertherapeutinnen, die einen Behandlungsraum brauchen, aber nicht dauerhaft. Für alle, die Verlässlichkeit wollen, ohne Langzeitvertrag.

Als Anbietende*r schafft das Modell planbare Einnahmen. Statt jeden Monat neu zu suchen, wer deinen Raum wann bucht, hast du feste Belegungen. Du weißt, wer kommt. Du kennst die Person. Und du kannst den Rest der Woche ohne Koordinationsaufwand füllen oder frei lassen.

Was einen guten festen Wochentag ausmacht

Nicht jedes Angebot, das sich „fester Wochentag" nennt, hält, was es verspricht. Worauf es ankommt:

Klarheit über die Zeiten. Gilt der Tag ganztägig oder nur in einem bestimmten Zeitfenster? Wenn du von 9 bis 18 Uhr arbeitest, muss das so vereinbart sein, nicht nur „dienstags irgendwann".

Ein fairer Monatspreis. Der Preis für einen festen Tag liegt typischerweise unter dem, was du für dieselbe Stundenanzahl einzeln zahlen würdest. Der Aufschlag für Flexibilität entfällt, weil du Verlässlichkeit gibst.

Schriftliche Vereinbarung. Auch bei guter Beziehung zum Anbietenden lohnt sich eine kurze schriftliche Regelung. Was passiert, wenn du einen Tag krankheitsbedingt ausfällst? Gibt es Kündigungsfristen? Das klärt man am besten, bevor es relevant wird.

Passende Atmosphäre. Du verbringst viel Zeit in diesem Raum. Prüf beim ersten Besuch, ob er zu deiner Arbeit passt. Licht, Akustik, Erreichbarkeit, wie es sich anfühlt, wenn du die Tür zumachst.

Wo du feste Wochentage findest

Das ist der eigentliche Engpass. Das Modell existiert, aber es ist kaum sichtbar. Anbietende, die einen festen Tag vergeben wollen, wissen oft nicht, wo sie das kommunizieren sollen. Suchende wissen nicht, wo sie danach suchen sollen.

Auf Raum-Info kannst du gezielt nach Räumen suchen, die dieses Modell anbieten, in Berlin und weiteren Städten. Speziell für Therapeutinnen, Coaches und Heilpraktikerinnen. Kein Eventportal, keine Bürobörse.

Wenn du selbst einen Raum anbietest und feste Wochentage vergeben möchtest, kannst du das direkt in deinem Inserat angeben. Die ersten sechs Monate sind kostenlos — auf Raum-Info inserieren.


Häufige Fragen zum festen Wochentag

Was ist der Unterschied zwischen stundenweiser Miete und einem festen Wochentag?

Bei der stundenweisen Miete buchst du einzelne Slots, oft kurzfristig und ohne Garantie auf denselben Raum. Der feste Wochentag bedeutet: ein bestimmter Tag pro Woche, immer derselbe Raum, monatlicher Festpreis. Du zahlst für Verlässlichkeit, nicht für Flexibilität.

Ist der feste Wochentag günstiger als stundenweise mieten?

In der Regel ja. Wer einen Tag fest belegt, gibt dem Anbietenden Planungssicherheit. Das schlägt sich meist im Preis nieder. Wie viel günstiger, hängt vom Angebot ab.

Wie wird ein fester Wochentag rechtlich geregelt?

Entweder über einen Untermietvertrag oder über monatliche Rechnungen für die Raumnutzung als Leistung. Beide Wege funktionieren. Wichtig ist eine schriftliche Vereinbarung, die Zeiten, Preis und Kündigungsfristen klar regelt. Mehr dazu im Artikel über das Praxisraum untervermieten.

Für welche Berufsgruppen eignet sich das Modell besonders?

Für alle, die regelmäßig, aber nicht täglich arbeiten. Therapeutinnen, Coaches, Heilpraktikerinnen, Körpertherapeutinnen — wer ein oder zwei feste Tage pro Woche Klientinnen empfängt, ist mit diesem Modell gut aufgestellt.

Kann ich einen festen Wochentag auch kündigen, wenn sich meine Situation ändert?

Das hängt von der Vereinbarung ab. Üblich sind Kündigungsfristen von vier bis acht Wochen. Kläre das vorab schriftlich, damit du weißt, woran du bist.